Tagesgeld und Gerechtigkeit
Was hat die derzeitige Finanzkrise mit Tagesgeld zu tun?
Da sich die Banken untereinander kein Geld mehr geliehen haben wurde die europäische Zentralbank dazu gezwungen die Leitzinsen auf bis zu 1,0 Prozent zu senken. Derzeit sind sie bei 1,25 Prozent.
Die Banken können sich somit billig Geld leihen und sind auf das Geld der Sparer nicht mehr angewiesen. Ist dies fair? Natürlich nicht, denn Menschen, die hart für ihr Geld gearbeitet haben werden mit 0,5 bis 2 Prozent Zinsen abgespeist, obwohl die Inflation teilweise schon bei 2,5 Prozent liegt.
Was war eigentlich der Sinn von Tagesgeld?
Der Sinn war nicht sein Geld zu verdoppeln, sondern der eigentliche Sinn war es sehr schnell verfügbares Geld zu haben, welches die Inflation abdeckt und noch einen Wertzuwachs hat. Das ist im Moment nicht mehr gewährleistet.
Ist Festgeld hier eine Alternative?
Natürlich ist Festgeld besser verzinst als Tagesgeld, die Zinsen reichen von 2,5 bis 4,3 Prozent. Festgeld ist nicht täglich verfügbar, man muss bis zu 10 Jahre warten bis man auf seine Festgeld-Anlage zugreifen kann.
Vieel Anleger fragen sich: Warum geben Banken überhaupt bis zu 4,3 Prozent Zinsen? Das können sich die Banken in der Krise doch gar nicht leisten.
Der Trick ist folgender: Die Banken hoffen und spekulieren, dass sich das Zinsniveau in den nächsten Monaten und Jahren ändert wird, sprich, dass die Leitzinsen wieder steigen werden. Irgendwann muss das passieren.
—> Der Anleger ist dann in seiner langfristigen Geldanlage gefangen, er kann nicht an sein Geld geran. Gleichzeitig steigt das Zinsniveau und die Banken können vielleicht sogar auf Tagesgeld 4,0 Prozent Zinsen vergeben. Das wäre zwar immr noch weniger als 4,3 Prozent, aber banktäglich verfügbares Geld.
Was ist das ganze Dilemma bei der Finanzkrise und Tagesgeld?
Der Anleger, der auf Sicherheit setzt, hat nun fast keine andere Möglichkeit mehr als sich auch anderen Anlageformen zu öffnen. Dazu kommt die Unsicherheit um den Euro. Viele Menschen werden in Panik versetzt und in unsichere Gewässer geleitet.
Wer profitiert derzeit von der Finanzkrise?
Wenn eine Bank 1,2 Prozent Tagesgeldzinsen vergibt und 10 Prozent für einen Autokredit verlangt, dann ist das ein tolles Geschäft, die Bank profitiert natürlich enorm und haben einen hohen Zinsgewinn. Selbst bei 3 Prozent Bauzinsen wäre der Gewinn immer noch enorm.
Warum ist die derzeitige Lage für den Sparer ungerecht?
Die Botschaft der Politik und der Banken lautet: Du hast dein Geld gespart, hart gearbeitet und möchtest es nun sicher und gewinnbringend anlegen: Das ist nicht möglich. Zudem brauchen wir dein Geld nicht, wir drucken unser eigenes Geld und verleihen es an die Banken für 1 Prozent.
Wenn ein Schüler im Ferienjob hart gearbeitet und sich 1000 € verdient hat und sich nun an den Tagesgeldzinsen erfreuen will, dann kann er das nicht. Ihm wird quasi gesagt: Dein Geld ist uns nicht viel wert.
Das geht natürlich auch an die Grundfesten des Landes. Es sollte immer so sein, dass Banken um ihre Kunden werben müssen um an die Spareinlagen des Kunden zu gelangen.